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Dieser Beitrag ist Teil 14 von 15 in der Serie 1 Jahr 1 Roman

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Woche 15: Worldbuilding Wilderness with Wes Chu

→ Nimm eine Geschichte, die du schon geschrieben hast, tausche die Persönlichkeiten des Protagonisten und des Antagonisten aus und schreibe eine Szene aus der Geschichte neu.

Ich habe mich für eine Szene aus meiner Kurzgeschichte »Es war nicht ganz ein Traum« aus der Anthologie »Die Damen der Geschichte« entschieden. Darin begegnet Ada Lovelace, die Protagonistin, ihrem Vater Lord Byron, dem Antagonisten. Ich kann mir jetzt schon vorstellen, dass das Gespräch in etwas anderen Bahnen verlaufen wird, wenn ihre Persönlichkeiten vertauscht sind.

Ein leiser Schrei entfuhr ihr, als sie rückwärts gegen das Fenster stolperte. Mitten im Zimmer stand ein Mann und es war nicht ihr Ehegatte.
Er war wohl etwas älter als dreißig Jahre und hatte krauses, volles schwarzes Haar. Sein Blick war stechend und die dunklen Augen fassten sie fest in den Blick. Er trug einen teuer aussehenden Mantel mit hohem Kragen, der seine restliche Kleidung verdeckte.
Ada war zu überrascht, als dass sie hätte reagieren können.
Da lächelte sie der Fremde etwas unsicher an.
»Ada. Du bist schöner, als ich es mir je hätte ausmalen können.«
Seine Stimme war sanft, klang jedoch unsicher, als wüsste er nicht, ob das Kompliment richtig ankommen würde.
Ada runzelte die Stirn und musterte den Fremden unverhohlen. Irgendwoher kannte sie diesen Mann. Als es ihr dämmerte, hob sie überrascht die Augenbrauen.
»Vater?«, sprach sie ungläubig.
Der Mann lächelte weiterhin schüchtern und schwieg.
»Das ist unmöglich«, stellte Ada nüchtern fest. »Sie sind tot, seit zwanzig Jahren schon.«
Nun wiegte der Fremde den Kopf von einer Seite zur andern.
»Vielmehr seit zweihundert Jahren«, fügte er mit einem unsicheren Lachen an. »Aber deswegen bin ich nicht hier.«
Ada schüttelte energisch den Kopf, um sicher zu gehen, dass der Mann da wirklich in ihrem Schlafzimmer stand.
»Hören Sie«, begann sie, brach aber ab, als er zur gleichen Zeit sagte: „Ich habe deine Arbeit gelesen.«
Ihre Arbeit. Ada beschloss, ihm zuzuhören.
»Ich gebe zu, dass ich nichts davon verstanden habe.«
Nun schnaubte Ada und wandte sich den Gardinen zu, um sie glatt zu streichen.
»Das tun die wenigsten«, meinte sie nur.
»Ich weiss.« Wieder dieses unsichere Lachen. »Deshalb brauche deine Fähigkeiten, Ada.«

Ich belasse es bei diesem Ausschnitt, aber es würde auf jeden Fall nicht einfacher werden mit den beiden.


Fazit Woche 15:

Die Situation hat sich durchaus verändert, wenn ich die Persönlichkeiten der überrumpelte Ada mit dem selbstsicheren Vampir Byron austauche. Ich bleibe lieber beim Original, obwohl ich den schüchternen Vampir ja noch ganz witzig finde. Die Aufgabe war interessant, aber ich muss sagen, dass mich nicht wirklich weiter gebracht hat.

Nun meine Fragen an euch:  Welche Geschichte würde eurer Meinung nach an Qualität (oder zumindest Humor) gewinnen, wenn man ihre Protagonisten und Antagonisten vertauschen würde?

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