Space Shuttle Launch Pad

Mission STS-Carmen Capiti (Teil 1)

Oder: Carmen und das Schreiben, ein Rück- und Ausblick

An meiner letzten Lesung hat mich jemand ungläubig gefragt »Du hast jetzt also in anderthalb Jahren drei Romane veröffentlicht?«. Ich musste kurz nachrechnen und habe dann selber überrascht festgestellt, dass das stimmt. Nicht nur, dass ich nicht wirklich daran glaubte, überhaupt jemals ein Buch zu veröffentlichen, sondern auch eine solche Quote hätte ich mir nie erhofft.

Cover "Das letzte Artefak"Cover "Die Geister von Ure"Cover "Maschinenwahn"

Deshalb dachte ich mir, dass es höchste Zeit ist, zu rekapitulieren und mir mal ein paar Gedanken darüber zu machen, wo mein Weg seinen Anfang nahm und wohin es ihn führt.

Am Anfang stand das Buch

Beginnen wir ganz am Anfang. Als Kind liebte ich es, wenn man mir Geschichten vorlas. Später habe ich als Jugendliche die Kantonsbibliothek geplündert und lernte neben den klassischen Jugendbüchern, welche ich noch von meiner Schwester erbte (wie Frederica de Cesco oder Werner J. Egli) auch Namen wie Wolfgang Hohlbein oder Marion Zimmer Bradley kennen. Als ich zehn Jahre alt war, machte meine Mutter einen Sprachaufenthalt in England, genau zu der Zeit, als der Harry Potter Hype seinen Anfang nahm. Gut wie sie mich kannte, kriegte ich den ersten Band, alsbald er auf Deutsch erschien und war damit eine der allerersten.

Ein Film, sie zu binden

Das alles hätte mir eigentlich schon deutliches Anzeichen dafür sein müssen, dass mein Herz für die Phantastik schlägt (und das sind nur die Bücher, von Dingen wie Star Wars will ich gar nicht erst anfangen). Richtig erwischt hat es mich aber 2001, als auf einmal die bildgewaltige Vorschau auf den Film über den Fernseher flackerte, der dazu bestimmt sein würde, meiner Faszination einen Namen zu verleihen: Der Herr der Ringe.Hobbithöhle

Kaum hatte ich diese Vorschau gesehen, kaufte ich mir den ersten Band, sah später den Film und verschlang die zwei weiteren Büchern. Darauf folgte das Silmarilion und vieles mehr.

Die Würfel sind gefallen

Kurz darauf erkannte eine Kollegin die Anzeichen und führte mich in die Welt des Pen&Paper-Rollenspiels ein. Gleichzeitig startete ich mit unzähligen Foren-Rollenspielen, die auf einmal aus dem Boden schossen. Auf einmal lernte ich Menschen aus der ganzen deutschsprachigen Welt kennen, die meine kleine Verrücktheit teilten und nicht nur belächelten (Dass ich ganz klischeegerecht nicht unbedingt zu den beliebteren Jugendlichen in der Schule zählte, muss ich wohl nicht sagen). Noch heute unterhalte ich Freundschaften mit Menschen, die ich über diese Foren kennen gelernt habe und sie haben mir sehr viel gegeben in dieser Zeit. Selbstverständlich verliebte ich mich auch das erste Mal auf einem dieser Foren, doch das ist eine andere Geschichte. Was ich sagen will: Ein grosser Teil meiner Freizeit verbrachte ich in diesen virtuellen Welten, die nur in unseren Köpfen und mit unseren geschriebenen Worten existierten und ich habe es geliebt.

Während ich zu Beginn vermehrt Spielerin bei den P&P-Spielen war, wollte ich mich doch schon früh auch als Spielleiterin versuchen.

Ja, so langsam nähern wir uns des Pudels Kern.

P&P Würfel

Ich liebte es von Beginn an, Geschichten zu weben und war nie ein Anhänger von vorgefertigten Quests oder nur schon definierten Welten. Meine Abenteuer spielten immer an anderen, selbst erfundenen Orten. Und das Wichtigste war mir, dass die Charaktere der Spieler in die Geschichte passen und nicht einfach dabei waren, weil sie sich zufälligerweise in der Taverne begegnet sind.

Natürlich überlebte kein Plot den ersten Spielerkontakt und ausgiebiges Improvisieren war angesagt. Es machte mir durchaus Spaß, doch es schmerzte mich auch immer wieder, wenn ich zusehen musste, wie meine sorgsam aufbereitete Geschichte zerpflückt und in ihre Einzelteile zerlegt wurde.

Von Wölfen, Orks und myBook

Ich schätze, das war der Grund, weshalb ich irgendwann anfing, ›zu schreiben‹. Mit einer Freundin begann ich, eine eigene (na ja fast …) Geschichte zu schreiben. Sie spielte in Mittelerde und erzählte die Abenteuer zweier Waldläuferinnen. Der Part meiner Freundin handelte von Gwilith, welche sich ein Wolfsrudel als Gefährten hielt, während mein Teil aus der Sicht Utrijas stattfand, welche sich mit Uruk-Hai anfreundete und eine enge Vertraute von Faramir war (Boromir war dummerweise schon tot.). Dass es für so etwas den Begriff ›Fan Fiction‹ gab, wusste ich damals noch gar nicht.

Parallel startete ich aber auch mit meinem eigenen Projekt, das zu allererst den treffenden Namen ›mybook‹ trug.

Datei mybook

Soviel schon mal zum Bau des Launch Pads für das den Raumflug STS-Carmen Capiti. Bücher, Filme, Freunde, Rollenspiele und allem voran Geschichten sind dafür verantwortlich, dass ich überhaupt dazu kam, ein nacktes Word Dokument zu öffnen und drauflos zu schreiben. Über das Projekt ›mybook.doc‹ und darüber wie die Geschichte meines alten Egos ihren Lauf nahm, berichte ich euch gerne im nächsten Teil dieser Artikelserie.

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