Kirk das Schaf – Logbucheintrag Nr. 7

Logbucheintrag – 30.07.2015
Mykines

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Wer jetzt glaubt, sich beim Titel verlesen zu haben, den kann ich beruhigen. Ich machte keinen Ausflug nach Griechenland, sondern zu der westlichen Insel der Färöer. Diese ist als Vogelinsel bekannt (warum, brauche ich wohl nicht zu erläutern) und hat eine Fläche 10 km².

Auf Mykines leben permanent ungefähr zehn Leute, 15 im Sommer, es gibt nur ein einziges Dörfchen und keine Straßen. Dafür leben neben den Vögeln auch über tausend Schafe dort.
Erreichbar ist die Insel über eine reine Passagierfähre, die gut 40 Leute fassen kann.
Das Spezielle an der Insel ist natürlich, dass es von Vögeln nur so wimmelt. In den Klippen nisten Möven, die einen Heidenlärm verursachen und an Land gibt es zum einen die Oister Catcher sowie die Papageientaucher (eng. Puffins), die erwähnenswert sind.
Erstere sieht man auch auf den anderen Inseln von Zeit zu Zeit und sie sind ganz schön gewitzt. Aufgrund mangelnder Bäume bauen sie ihre Nester sie meist in Steineansammlungen oder Löchern im Boden. Dies ist nicht ganz ungefährlich. Wenn immer sich deshalb jemand nähert, den sie als Eierdieb einschätzen, fliegen sie an irgendeinen Ort, weit entfernt von ihrem Nest und pfeifen lautstark, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie sind ziemlich klein, tragen schwarz-weißes Gefieder und einen feuerroten, langen Schnabel.


Die Puffins hingegen … nun ja. Ich will ja nicht gemein sein, aber einen intelligenten Eindruck haben die nicht gerade hinterlassen. Süß, ja. Gekonnte Schwimmer, ja. Aber ansonsten weder geschickt noch sehr aufmerksam. Während man diese putzigen Kerlchen auf den anderen Inseln nur äußerst selten antrifft, wimmelt es auf Mykines nur so von ihnen. Wenn sie so auf dem Wasser hin und herschaukeln und dann auf einmal blitzschnell abtauchen, denkt man sich noch, dass sie ganz schön flink sind. Spätestens, wenn sie aber zu starten versuchen, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen. In neun von zehn Fällen misslingt der Start, da sie es schlichtweg nicht schaffen, abzuheben. Dann plumpsen sie eben zurück ins Wasser und versuchen es später noch einmal.
An Land suchen sie sich eine Erhöhung, von denen sie sich mehr oder weniger hinunterstürzen, bis der Wind sie auffängt und sie davonflattern können.
Die Landung gestaltet sich ähnlich elegant. Sie bremsen wenig ab, strecken die roten Füßchen vor und sehen mal, was passiert. Mehr als einmal war ich an Quack, den Bruchpiloten erinnert.
Leben tun die Puffins in tiefen Erdlöchern, vor denen sie dann auch ganz gemütlich herumstehen, so dass sie ein bisschen aussehen, wie gefiederte Hobbits. Und sie sind überall. Wirklich. Überall. Wie ein unaufhaltsames Plüschtier-Fluggeschwader, das dich mit seiner Knuffigkeit außer Gefecht setzt.
Da dies wohl mein letzter Bericht zu dieser Reise sein wird, möchte ich noch ein paar Dinge reinpacken, die ich bisher nicht verarbeiten konnte.
Zum Beispiel die vielen „Häfen“, die es überall auf den Inseln gibt. Hafen bedeutet hier jedoch vielmehr Wasserungsstellen, die aus teilweise unheimlich steilen Schienen bestehen, worauf die Schiffe zu Wasser gelassen wurden. An mehr als einer Stelle gibt es für ein Dorf zum Beispiel die Möglichkeit sowohl auf der West- wie auch der Ostseite ins Meer zu steigen. Dies, da die Inseln an manchen Stellen derart schmal sind, dass beide Meerseiten gleich nah gelegen sind. Es gibt scheinbar keinen Punkt auf den Inseln, an dem das Meer weiter als 5 km entfernt ist.
Das Panoramafoto zuoberst zeigt so eine schmale Stelle.

Tja. Dann heißt das hier wohl Lebewohl, denn nun bin ich bereits auf der Rückreise (mit der besten Airline der Welt. Hier gibt es Sushi!). Mir hat es großen Spaß gemacht, euch über meine Abenteuer auf dem Laufenden zu halten, auch wenn ich ursprünglich viel mehr Geschichten erzählen wollte und weniger Fakten auflisten. Aber die Zeit hat dafür schlichtweg nicht gereicht. Zu vieles gab es zu sehen und zu erleben!
Vielen Dank an all die Menschen, Schafe und Puffins, die ich auf dieser Reise treffen durfte und die mir so viel über ihr Land und ihre Kultur berichteten. Ich bin schlichtweg begeistert und irgendwie glaube ich, dass das nicht mein letzter Besuch auf den Inseln gewesen sein wird.

Alles Liebe,
Kirk

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